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Wettbewerb Marienweg

Wettbewerbsergebnisse zum neuen Wohngebiet „Marienweg“ liegen vor - Grüne Mitte für das Wohnquartier Marienweg in Litzelstetten


1. Preis                 

ARGE wolf.sedat architekten PartGmbB, Weikersheim

und baulinie architekten partnerschaft mbB, Ravensburg

und grabner huber lipp landschaftsarchitekten

und stadtplaner partnerschaft mbB, Freising

2.Preis                

MAISCH WOLF ARCHITEKTEN PmbB, München

3.Preis                 

weinbrenner.single.arabzadeh.Architektenwerkgemeinschaft

Freie Architeken Partnerschaft mbB, Nürtingen

und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, München

4.Preis                 

Ackermann + Raff GmbH & Co. KG, Stuttgart

und Planstatt Senner

Anerkennung   

Steimle Architekten GmbH und 711 LABOR FÜR URBANE ORTE UND PROZESSE, Stuttgart


1. Preis                 

ARGE wolf.sedat architekten PartGmbB, Weikersheim

und baulinie architekten partnerschaft mbB, Ravensburg

und grabner huber lipp landschaftsarchitekten

und stadtplaner partnerschaft mbB, Freising


Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 1. Preis:

"Die Verfasser überraschen mit einer betont robusten wie schlichten Grundstruktur in leichtem Spiel. Aus der leicht versetzten Situierung dreier Baufelder entwickelt sich - gut eingelegt und stringent weitergedacht aus der vorhandenen Topographie - ein stimmiger Trialog. Die zukünftigen Bauten entwickeln perspektivisch in der einen Richtung eine angemessene städtebauliche Raumkante und öffnen in der anderen - jeweils leicht zueinander versetzt - die einladende Fernsicht in Richtung See.

Durch den Versatz der Baufelder wird die Buswendeschleife stimmig in die Gesamtraumfolge des

Quartiers integriert, der Ortsrand passend kraftvoll betont, die Stadteinfahrt bekommt durch den Versatz der Baufelder einen rhythmisch spannenden Doppeltakzent und  - als besonderes Bonbon  - entwickelt sich mit der „Dorfdüne" im Inneren ein großzügiger wie ansprechender und verbindender gemeinschaftlicher Freiraum von hoher atmosphärischer Dichte. Die Leitstruktur für die Fledermäuse ist dargestellt. Die Erschließung ist gewährleistet, wenngleich durch die gewählte Stichlösung eine längere Zufahrt zu den nördlichen Baufeldern, mit bei einer wohl höheren Belastung der südlichen Baufelder, entsteht.

Die auf den ersten Blick spröden Bauten reagieren im Detail durch ein gekonntes, ja fast sinnliches  Spiel mit Kubatur und deren Vor- und Rücksprüngen sensibel wie gut verflechtend auf die visuell wahrnehmbaren Höhenwirkung in Richtung Stadteinfahrt wie zu den angrenzenden Bauten.  

Die dargestellten Grundrisse lassen eine vielfältige Entwicklung des Wohnungsmixes erwarten, wenngleich noch nicht alle Wohnungen auf die erwartende Lärmbelastung angemessen reagieren. Ebenso lässt die dargestellte objektplanerische Erläuterung in Fassaden oder dem wohnungsnahen Freiraumen noch auf dem Ort angemessenere Entwicklungen hoffen.

Das Konzept bewegt sich mit der Anzahl der Wohnungen sowie der Wohnfläche im Durchschnitt, was in Verbindung mit dem sympathisch entspannten Umgang mit der Topographie eine wirtschaftliche Realisierung erwarten lässt.

Die Arbeit stellt so durch den gekonnten Spagat zwischen der Sehnsucht nach landschaftlicher Weite, notwendiger baulicher Dichte und Wohnen in einem ausgewogenen Verhältnis von Gemeinschaft und Individualität  einen überzeugenden Beitrag für eine Neubebauung an diesem Ort dar."


2. Preis             

MAISCH WOLF ARCHITEKTEN PmbB, München


Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 2. Preis:

"Der Entwurf formuliert eine bewegte Siedlungslandschaft, die sich einerseits räumlich klar entlang der Martin-Schleyer-Straße abgrenzt, einen markanten Stadteingang formuliert und sich andererseits mit dem westlichen Bestand sensibel verwebt. Dies gelingt durch die Auflockerung der Bauformen mit unterschiedlichen Höhen, Dachneigungen und Geschossigkeiten, sowie der Durchgängigkeit der zentralen öffentlichen Freianlage mit platzartigen, identitiätsstiftenden Aufweitungen. Diese wirken auch auf die umgebenden Quartiere einladend.

Das Quartier ist konsequent autofrei gehalten und über drei Tiefgaragen erschlossen. Alle Gebäude sind dabei über das zentrale Freiflächenband von Not-, Rettungs- und Servicefahrzeugen erreichbar.

Die gewählte Gebäudestellung ermöglicht eine Vielzahl von Blickbeziehungen, größtenteils mit

Seeblick. Die polygonalen und zugleich kompakten Grundrisse lassen eine hohe Wohnqualität erwarten, die Barrierefreiheit scheint im gesamten Quartier überwiegend gegeben. Die partielle, straßenbegleitende Schließung der Baufluchten trägt dem Schallschutz konsequent Rechnung, die Ausbildung der Loggien in diesen Bereichen ist vorbildlich.

Die Wohngebäude lassen eine hohe Wirtschaftlichkeit bei hoher Gestaltqualität erwarten. Die Tiefgaragenlösung und die großzügigen, befestigten (halb)öffentlichen Flächen sind dagegen finanziell anspruchsvoll. Die Anzahl der Wohneinheiten liegt mit 76 im mittleren Bereich.

Insgesamt bietet der Entwurf eine überzeugende Lösung der Aufgabe."


3.Preis                 

weinbrenner.single.arabzadeh.Architektenwerkgemeinschaft

Freie Architeken Partnerschaft mbB, Nürtingen

und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, München


Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 3. Preis:

"Der Verfasser schlägt durchgängig eine dreigeschossige Bebauung vor, welche sich durch zwei Gebäudetypologien von Punkt- und Kettenhäuser charakterisiert. Die Körnung des neuen Wohnquartiers orientiert sich in der Höhe und Volumetrie an der umgebenden Struktur. 

Die PKW Erschließung erfolgt von der Martin Schleyer-Straße durch das neue Quartier auf den Marienweg. Diese gewählte Erschließungsstruktur könnte auf eine der beiden Zufahrten verzichten und somit den Individualverkehr im Quartier zu Gunsten vom öffentlichen Raum (Spielflächen, Aufenthaltsbereichen) reduzieren.

Die TG- Zufahrten erfolgen von der Martin Schleyer-Straße aus, ohne einer Einschränkung der Funktionalität der Buswendeschleife.

In Ost-West Richtung werden drei Spielplätze und Verweilflächen entlang der Erschließung angeordnet. Hier würde man sich eine Verteilung abseits des PKW -Verkehrs wünschen. Hier ist zudem der Fledermaus-Korridor enthalten.

Die Kettenhäuser sind an der westlichen Grundstücksgrenze arrondiert und schaffen auf Grund Ihrer Abterrassierung und dem kettenhaus-typologischen Versatz halbprivate Höfe, von denen die Neubauten erschlossen werden. Der Zugang zu den jeweiligen Wohneinheiten erfolgt vom Halbgeschoss der Treppenhäuser. Private Grünflächen nach Süden lassen qualitätsvolle

Individualaußenräume erwarten. Zudem schafft die Bebauung mit den Puffergrünzonen zur MartinSchleyer Straße einen gewissen Schallschutz in das Quartier. 

Die im Westen situierten Punkthäuser als Zweispänner sind vorwiegend dem privaten Wohnungsbau zugeordnet.  Die Erschließung erfolgt vom Marienweg bzw. der Stichstraße mit Wendehammer im Süden.

Für die meisten Wohnungen scheinen die Sichtverbindungen zum Bodensee gewährleistet. 

Die Zufahrten und Aufstellflächen für Feuerwehr sind nachgewiesen.

Die Gebäudehülle mit eingeschnittenen Loggien und dem gut proportionierten Wechsel zwischen geschlossenen und transparenten Fassadenflächen überzeugt im städtebaulichen Kontext.

Der Wohnungsmix von  62%, mit bis zu 80qm sowie  zu 23% 100qm großen Wohnungen und größeren Wohnungen, ist abgedeckt. Unter Berücksichtigung einer Gesamtzahl von 92 Wohneinheiten scheint die Körnung und die Freiflächen-Dimensionierung angemessen.

Der Entwurf stellt einen gelungen Beitrag für die komplexe, topografisch und städtebaulich anspruchsvolle Aufgabe dar. Mit seiner hohen Wohnungsanzahl lässt der Beitrag genug Freiraum und individuelle Bespielbarkeit zu."


4.Preis                 

Ackermann + Raff GmbH & Co. KG, Stuttgart

und Planstatt Senner


Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 4. Preis:

"Die Arbeit überzeugt durch ihre drei als einzelne Bauabschnitte realisierbare Hofgruppen, die sich jeweils aus einem klassischen, zeilenförmigen Geschosswohnungsbau (geförderter Wohnungsbau), einem Punkthaus (freifinanzierter Wohnungsbau) sowie einem Sonderbaukörper als Stadthaus bzw.

„Huckepackhaus" zusammensetzen. Die gewünschte Durchmischung ist somit in jedem Baufeld und Bauabschnitt abgebildet. Zudem verfügt jedes Baufeld über eine eigene Tiefgarage; jedoch wirft dies die Frage nach der möglichen Realisierung durch die privaten Eigentümer auf. Hier wäre wohl notwendig, dass sich die unterschiedlichen privaten Eigentümer für die gemeinsame Realisierung eines Wohnhofs zu einer Baugemeinschaft zusammenschließen.

Durch die Hofbildung entstehen im Freiraum und auf dem Gesamtgrundstück ablesbare und maßstäbliche Nachbarschaften. Gleichzeitig verlaufen zwischen den Baufeldern attraktive Grünverbindungen, die den Blick auf den See auch für die dahinterliegenden Bestandsgebäude erhalten und fassen. In Nord-Süd-Richtung wird eine abwechslungsreiche, von Obstbäumen gesäumte Wegeverbindung zwischen der Straße Zum Purren und dem Übergang in die nördlich anschließende Kulturlandschaft angeboten, von der ebenfalls die bestehenden Wohnquartiere profitieren. Der stadträumliche Abschluss des Quartiers zur nördlich anschließenden Kulturlandschaft überzeugt im Grundsatz, jedoch wird die Frage nach der angemessenen Proportion der nördlichen Baukörperansicht gestellt. Demgegenüber wird das Zurücksetzen der Höfe von der Martin-Schleyer-Straße zwar unter Lärmschutzaspekten gewürdigt, wirft jedoch die Frage nach der Nutzbarkeit und Qualität der straßenbegleitenden Grünflächen auf. Hinterfragt wird, ob die angedachte Regenwasserretention dem gewünschten Bild eines neuen Ortseingangs an dieser Stelle gerecht wird.

Durch die direkte Orientierung der Tiefgaragenzufahrten zur Martin-Schleyer-Straße kann das neue

Wohnquartier verkehrsfrei gestaltet werden. Die Besucherstellplätze werden zentral und sinnfällig am Marienweg angeordnet. Die Beschränkung auf drei oberirdische Geschosse macht eine Befahrung des Quartiers durch Feuerwehrfahrzeuge nicht notwendig. Gleichzeitig erlaubt das den Höhenlinien folgende       Fußwegenetz   in            Nord-Süd-Richtung    bei         Bedarf das         Befahren            durch    sonstige Rettungsfahrzeuge.

Die Arbeit bietet im Gesamten eine angemessene und gut funktionierende Lösung für die komplexe Aufgabenstellung und kann insbesondere durch ihre Maßstäblichkeit, Bildung von Nachbarschaften und ihre vielfältigen Freiraumqualitäten überzeugen."


Anerkennung   

Steimle Architekten GmbH und 711 LABOR FÜR URBANE ORTE UND PROZESSE, Stuttgart


Aus dem Protokoll des Preisgerichts zur Anerkennung:

"Der Entwurf weist eine klare Gliederung auf, die durch die Verwendung von Punkthäusern eine parkähnliche Gesamtstruktur bildet. Die architektonische Gestaltung der Baukörper ist maßstäblich und ruhig und fügt sich in das Dorfbild ein, ohne störende Elemente aufzuweisen oder sich der heterogenen Struktur unterzuordnen. Durch die fußläufige Erschließung entsteht im Innenbereich eine hohe Wohnqualität, die sich andererseits durch die geringen Gebäudeabstände wiederum relativiert.  Inwieweit die Erschließung für Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge funktioniert, müsste noch geklärt werden.

Der angebotene Quartiersplatz im nördlichen Teil des Plangebietes ist positiv zu bewerten, wenngleich man sich weitere derartige Bereiche gewünscht hätte.

Die Anzahl der angebotenen Wohneinheiten liegt geringfügig über dem Durchschnitt. Die

Grundrissgestaltung ist teilweise nicht unproblematisch, da auf die Lärmbelastung von der MartinSchleier-Straße und die Besonnung wenig Rücksicht genommen wird. Die Freisitze sind für heutige Wohnbedürfnisse zu klein und eher ungünstig zugeschnitten.

Die Wirtschaftlichkeit des Vorschlags dürfte eher im unteren Bereich angesiedelt sein, da durch die vielen Einzelbaukörper eine große Anzahl an Erschließungsflächen entsteht und zudem pro Hauseinheit eine Aufzugsanlage erforderlich wird.

Die Tiefgaragen sind als zweihüftige Anlagen wirtschaftlich herzustellen, erschließen jedoch nur zwei Drittel der Gebäude direkt.

Insgesamt ein positiver Beitrag, der der Aufgabenstellung gerecht wird, allerdings in einzelnen Bereichen Schwächen aufweist und im Umgang mit der vorhandenen Geländestruktur schlussendlich nicht überzeugen kann."


AnsprechpartnerIn:

Sabine Schmitz


Claudia Schöbel




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