Der Grundstock der Sammlungen der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz geht auf das Vermächtnis es 1860 verstorbenen Bistumsverweser Ignaz Heinrich von Wessenberg zurück. 2009 wurde seine nachgelassene Gemäldekollektion von der Baden-Württtemberg-Stiftung erworben und konnte damit als Dauerleihgabe für Konstanz erhalten werden.
Als Geistlicher sammelte Wessenberg bevorzugt religiöse Darstellungen. Ein Dutzend Gemälde, die Themen aus dem Neuen Testament behandeln, werden ab Dezember 2011 für ein Jahr im zweiten Stock der Wessenberg-Galerie gezeigt.
Diesen Bilderschatz möchten wir Ihnen gern näher bringen und laden Sie zu Werkbetrachtungen und Themeneinführungen in die Wessenberg-Galerie ein.
Sonntag, den 18. Dezember um 15 Uhr: Weihnachten: Die Geburt Christi
Sonntag, den 4. März um 15 Uhr; Johannes der Täufer
Sonntag, den 1. April um 15 Uhr; Ostern: Christus am Ölberg und Grablegung Christi
Sonntag, den 16. September um 15 Uhr; Die Erweckung des Lazarus
Sonntag, den 21. Oktober um 15 Uhr; Der Apostel Petrus
Sonntag, den 11. November um 15 Uhr; Maria, die Gottesmutter
Ilse Heller Lazard (1884 - 1934). Im Halbschatten der Zeit
6. Mai bis 26. August 2012
Vernissage: Sonntag, 6. Mai um 11 Uhr
Ilse Lazard, 1884 in Metz geboren, stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Louise (Loulou) ging sie 1904 nach München, um privaten Kunstunterricht zu nehmen. Ilse Lazard, die das Münchner Bohème-Leben auskostete, zog nach einer kurzen Ehe nach Dresden, um bei Johann Walter-Kurau ihre Ausbildung fortzusetzen und schließlich nach Berlin, wo sie in einer privaten Malschule u.a. von Lovis Corinth unterrichtet wurde. 1915 lernte sie den zehn Jahre jüngeren Bildhauer Ernst Heller kennen und folgte ihm 1916 in seine Schweizer Heimat Eglisau am Rhein. Nach der Heirat 1918 lebte das Paar zunächst in Zürich, übersiedelte Ende 1919 aber nach Rom und 1927 nach Paris.
Als Malerin feierte Ilse Heller-Lazard 1919 mit ihren zumeist kleinformatigen Gemälden erste Erfolge. Ihre Werke bestechen durch Reduktion des Motivs, markanten Farbauftrag und Lösung des Kolorit' vom Naturvorbild. Doch die Künstlerin zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. 1934 starb sie mit erst 49 Jahren an den Folgen einer Operation.
Ilse Heller-Lazards Werk, das erst vor wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, zeugt von ungewöhnlicher Gestaltungskraft und der eigenwilligen Auseinandersetzung mit den Kunstströmungen jener Zeit. Zugleich steht das Leben dieser Frau beispielhaft für eine Künstlerinnengeneration, die mutig mit herkömmlichen Konventionen brach und sich mit der Hinwendung zur Kunst bewusst für ein Leben jenseits bürgerlicher Normen entschied.
Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich.
Öffentliche Führungen:
Sonntag, den 20. Mai, 10. Juni, 1. Juli, 22. Juli, 12. August, 26. August, jeweils um 11 Uhr
Mittwoch, den 23. Mai, 13. Juni, 11. Juli, 1. August, 15. August, jeweils um 15 Uhr
Happy Hour
Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéretif. Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich: Tel. 07531/900 913 oder Mail an: BenkoeU@stadt.konstanz.de
Kostenbeitrag: 5, Euro
Termine: Dienstag, den 22. Mai, 12. Juni, 17. Juli und 21. August, jeweils 19 Uhr
Der Sturm (1910 - 1932). Expressionistische Grafik
8. September bis 25. November 2012
Vernissage: Freitag, 7. September um 19 Uhr
Mit seiner Zeitschrift „Der Sturm", die von 1910 bis 1932 erschien, und der gleichnamigen Galerie, die er 1912 in Berlin eröffnete, verhalf Herwarth Walden vor 100 Jahren dem Expressionismus zum Durchbruch.
Der von Waldens erster Frau, der Dichterin Else Lasker-Schüler stammende Name „Der Sturm" war Programm: Sowohl die Zeitschrift als auch die Galerie waren Experimentierbühnen für die avantgardistische Moderne in den Bereichen Literatur, Musik und Kunst. Die bekanntesten Maler stellten in der „Sturm"-Galerie ihre Arbeiten aus oder schufen für die Zeitschrift Originaldruckgrafiken, neue künstlerische Strömungen wie Kubismus oder Futurismus fanden in Deutschland hier ihre bedeutendste Förderung. Herwarth Walden verstand es, unterschiedlichste künstlerische Temperamente an sich zu binden - die „Brücke"-Maler fanden im „Sturm" ebenso ein Forum wie die Mitglieder des „Blauen Reiter", Künstlerinnen wie Jacoba van Heemskerck, Maria Uhden oder Nell Walden waren vertreten, aber auch die europäischen Konstruktivisten und die rebellischen Wiener um Oskar Kokoschka.
Die Ausstellung zeigt rund hundert Originaldruckgrafiken und Dokumente aus einer Schweizer Privatsammlung und lässt eine der stürmischsten und spannendsten Epochen der deutschen Kunstgeschichte lebendig werden.
Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich.
Hans Breinlinger. 1888 - 1963
Zum 50. Todestag des Konstanzer Künstlers
8. Dezember 2012 - 24. Februar 2013
Hans Breinlinger (1888 - 1963) zählt zu jenen Künstlern, die das kulturelle Leben am Bodensee in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig bestimmten. Anlässlich des 50. Todestag des vielseitigen Malers, der nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Leitung der Wessenberg-Galerie übernahm, widmen wir Hans Breinlinger eine Gedächtnisausstellung. Die ausgestellten Arbeiten stammen aus der Sammlung der Wessenberg-Galerie bzw. werden von der Galerie Knittel zur Verfügung gestellt, die sich seit vielen Jahren Breinlingers Werk widmet.
Hans Breinlinger stammte aus bürgerlichen Verhältnissen. Nach der Schule absolvierte er in Konstanz eine Lehre als Fotograf und Retoucheur. 1910 begann er ein Studium an der Kunstakademie Karlsruhe. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete seine Ausbildung. Nach dem Kriegsdienst kehrte er nach Konstanz zurück, wo er sich der expressionistischen Künstlergruppe Breidblik anschloss. Damals entstand seine viel diskutierte Fassadenmalerei für das Haus Hussenstraße 18.
Anfang der 1920er-Jahre lernte der Künstler die Erfolgsschriftstellerin Alice Berend kennen, die sich seinetwegen scheiden ließ. Nach gemeinsamen Reisen durch Europa ließ sich das Paar in Berlin nieder. Breinlinger schuf nun vor allem Fresken und Glasbilder für Kirchen. Nach der Scheidung von seiner Frau und der Zerstörung seines Berliner Ateliers kehrte der Künstler 1943 nach Konstanz zurück. Auch am Bodensee schuf er zahlreiche religiöse Werke. Von 1951 bis 1963 saß er im Vorstand der renommierten Künstlervereinigung „Sezession Oberschwaben-Bodensee" und war Konservator der Wessenberg-Galerie.
Die angekündigte Ausstellung Die Rheinlande. Zeitschrift und Künstlervereinigung 1900 bis 1922, die für den Zeitraum 8.12.2012 bis 3.3.2013 geplant war, muss aus organisatorischen Gründen verschoben werden und findet nun vom 30.11.2013 bis 23.2.2014 statt.
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